Reflexions

Engagement für das dritte Lebensalter


Wo man üblicherweise die Jugend immer sah als die Hoffnung, die "Spes patriae", und man davon sprach "wer die Jugend hat, hat die Zukunft" treffen solche Gedanken heutzutage ipso facto in den Industriestaaten auf die Senioren zu.

Die Lebenserwartung der älteren Menschen im so genannten dritten Alter (ab 55 Jahre), nimmt von Jahr zu Jahr dank der positiven Entwicklungen in der Gesundheitsfürsorge zu. Der Gesundheitszustand der Senioren verspricht ihnen nicht nur eine längere Lebenserwartung, für Männer bis fast 81 Jahre, für Frauen bis 85 Jahre, sondern bietet ihnen auch eine Vitalität, wodurch die Senioren jahrelang aktiv, mobil und kreativ bleiben können. Die Anzahl der älteren Menschen wird also rasch zunehmen, aber gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren, wodurch im Verhältnis die Anzahl der Senioren in unserer Gesellschaft substanziell wachsen wird. Wir werden damit tief einschneidende Änderungen erleben (siehe auch: Frank Schirrmacher, Das Methusalem-Komplott, 2004).

Meiner Meinung nach entfaltet sich diese Entwickelung zu einer reichen Quelle einzigartiger Chancen, neuer Aussichten für alle (!) Generationen. Da bieten sich viele Perspektiven für neue soziale Verhältnisse, allerdings nur, wenn das Leitbild des weniger leistungsfähigen älteren Menschens korrigiert wird durch spezifische Leistungsfähigkeit der Senioren bis ins sehr hohe Alter. Wir werden alle aktiv dazu beitragen müssen, diese Herausforderungen zu bewältigen, Engpässe zu erkennen und zu lösen. Dies wird eine zufrieden stellende und segensreiche Anstrengung sein.

Mit Vergnügen stelle ich meine persönliche Kompetenz zur Verfügung; "die Jugend gab die Zeit, die Weisheit zu studieren, das Alter um sie anzuwenden" (Rousseau), was nicht unbedingt heißen will, dass man als Senior ausgelernt hat. Tatsache ist, dass die Lernfähigkeit im Alter viel länger gegeben ist, als bislang gedacht. Mit einem Augenzwinkern zitiere ich Wilhelm Busch:

"Also lautet ein Beschluss,
dass der Mensch was lernen muss.
Lernen kann man, Gott sei Dank,
aber auch sein Leben lang"

Peter P. Nollen MSc

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